Do bis So, 10.–13.5., Schulungsseminar „Meditation“
Arthur Zajonc, Amherst/USA, Florian Roder, Emi Yoshida, Eurythmie
Schöpferisches Fragen
Vom Alltagsgebrauch zur meditativen Erfahrung
In dem Fragen ist das Alltäglichste und das Umfassendste enthalten. Keine praktische Lebensbewältigung ohne die Fähigkeit zum Fragen, aber auch kein höheres Welt- oder Selbstverhältnis. Kein Gespräch, keine Freundschaft, bei der man sich tastend annähert, ist ohne diese Gabe möglich. Schließlich gehört sie zu jeder Form von Erkenntnis wie die Luft zum Atmen, von der einfachsten auf der drängenden Ebene der Neugier bis zur höchsten auf den ideellen Flügeln von Menschheitsmotiven. Geistiges Forschen ist ohne Umgang mit der Frage undenkbar. Spätestens hiermit sind wir im Bereich des schöpferischen Fragens angekommen.
Wie können wir schöpferisches Fragen erlernen? Wie seine Höhe und Würde erkunden, ohne die Bodenhaftung zu verlieren? Wie den Alltag nüchtern bewältigen — und dies gleichzeitig mit den höchsten Ideen verbinden?
An den Lebensspuren großer Geister, die Menschheitsfragen bewegt haben, lassen sich idealtypisch Vorgehensweisen ablesen. Bei Kepler, Goethe oder Novalis finden wir ein lebenslanges Ringen um die Lösung des aufgeworfenen Urproblems. Die Lösung ist niemals einfach zu haben, sondern fast immer mit langen, entbehrungsreichen Suchbewegungen verbunden. Mit den Gralserzählungen des Mittelalters wird das zum ersten Mal in mythisch-persönlicher Form für die ganze Menschheit fassbar. Sie sind gleichsam das wirksame Traumbild für ein neues Geistverhältnis des Menschen.
Rudolf Steiner hat es als erster systematisch-wissenschaftlich durchleuchtet, ohne ein System daraus zu machen. Er hat es eingebaut in den geisteswissenschaftlichen Erkenntnisweg, aber auch in existenzieller und urbildhafter Weise vorgelebt.
Die (für jeden zugänglichen) Einführungsvorträge bringen eine allgemeine Grundlegung für das Gesamtfeld. Das mehrtägige Seminar wird Gelegenheit geben, dies mit Darstellungen, Übungen, Gesprächen und eurythmischen Anregungen zu vertiefen. Wenn es am Ende gelingt, die vielen Antworten, die wir im Kopf haben, wieder in Fragen zu verwandeln, wäre der Zweck der Veranstaltung erreicht.
Jeder, der an einer solchen Zielrichtung teilhaben, der sein Erkenntnis- und Gemütsleben im gemeinsamen Üben schmiegsam und beweglich machen will, ist von Herzen eingeladen.
• Donnerstag, 19 Uhr, Einführungsvorträge
Ort: Anthroposophischen Gesellschaft, Leopoldstr. 46a
Thementag
Das Christentum in der Anthroposophie
Was ist Christentum? Was ist Anthroposophie?
Was ist das Christentum in der Anthroposophie?
Drei Schritte der Annäherung an ein fruchtbares Verständnis der Grundlage unserer Kultur – nicht einfach; aber begeisternd – besonders angeboten für vorurteilsfreie Mit-Denker.
Leitung: Rudolf F. Gädeke





