3. Siegelbild: Die vier Reiter

Siegel 3 stellt die Geheimnisse der sogenannten Sphärenharmonie dar. Der Mensch erlebt diese Geheimnisse in der Zwischenzeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt (im Geisterlande oder dem, was in der gebräuchlichen theosophischen Literatur Devachan genannt wird). Es ist aber bei allen diesen Siegel festzuhalten, dass sie nur die Erfahrungen der astralischen Welt darstellen…

Und die geistige Welt ist in ihren Nachbildern auf diesen Plan zu schauen. So stellt das 3. Siegel die astralischen Nachbilder des «Geisterlandes» dar. Die Posaunen blasenden Engel stellen die geistigen Urwesen der Welterscheinungen dar; die Posaunentöne selbst die Kräfte die von diesen Urwesen aus in die Welt strömen und durch welche die Wesen und Dinge aufgebaut und in ihrem Werden und Wirken erhalten werden. Die apokalyptischen «Reiter» stellen die Hauptentwickelungspunkte dar, durch welche eine Menschenindividualität im Laufe vieler Verkörperungen durchgeht und die sich auf dem Astralplan in den Reitern auf den Pferden darstellen: ein weissglänzendes Pferd, eine sehr frühe Stufe, … ein schwarzes Pferd… wo nur das äußere physische Wahrnehmen der Seele entwickelt ist; und ein grün-schimmerndes Pferd, das Bild der reifen Seele, welche die Herrschaft über den Leib har (daher die grüne Farbe, welche sich als Ausdrück der von innen nach aussen wirkenden Lebenskraft ergibt).

Der Mensch erlebt diese Geheimnisse in der Zwischenzeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Doch ist die Darstellung nicht so gegeben, wie sie im Devachan selbst erlebt wird, sondern so, wie die Vorgänge dieses Gebietes sich in die astrale Welt gleichsam hereinspiegeln. Es muss überhaupt festgehalten werden, daß die sämtlichen 7 Siegel Erfahrungen der astralischen Welt sind. Die posaunenblasenden Engel des Bildes stellen die geistigen Urwesen der Welterscheinungen dar; das Buch mit den 7 Siegeln deutet darauf hin, daß sich in den Erlebnissen, die in diesem Bilde veranschaulicht sind, die Rätsel des Daseins «entsiegeln». Die vier apokalyptischen Reiter stellen die menschlichen Entwickelungsstufen durch lange Erdenzyklen hindurch dar. GA 34.598

Abb. links: Neben der in GA 284 publizierten Siegel von Clara Rettich ist hier eine andere Serie der von Rettich gemalten Siegel zu sehen, die den (verlorenen) Originalsiegeln nach Meinung des Rudolf-Steiner-Archivs näher steht. Rettich hat diese Serie auf die s/w Fotos der verlorenen
Originalsiegel gemalt. Die Herausgeber von GA 284 haben später eine der beiden Serien für den Druck ausgewählt. Von der anderen Serie gab es bislang keine Publikation innerhalb der GA. Sie sind zum ersten Mal gedruckt erschienen 2008 in der Dokumentation „Anthroposophie wird Kunst“ und hier ebenfalls zum ersten Mal publiziert.

Abb. oben: Eine Fassung von Arild Rosenkrantz. Erläuterung dazu siehe hier >>.

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