5. Siegelbild: Das Weib das die Sonne gebiert

Das 5. Siegel stellt dar eine höhere Entwickelungsstufe des Menschen, wie sie eintreten wird, wenn die Erde sich wieder mit der Sonne vereinigt haben und der Mensch nicht mehr bloß mit den Erdenkräften, sondern mit den Sonnenkräften arbeiten wird. Das «Weib das die Sonne gebiert» bezieht sich auf diesen Zukunftmenschen. Gewisse Kräfte niederer Natur, welche im Menschen leben und ihn an der vollen Entfaltung seiner höheren Geistigkeit hindern, wird er dann aus sich herausgesetzt haben. Diese Kräfte stellen sich im Siegel einerseits dar in dem Tiere mit den «sieben Köpfen und zehn Hörnern», anderseits in dem Monde zu Füßen des Sonnenmenschen. Der Mond ist für die Geisteswissenschaft der Mittelpunkt gewisser niederer Kräfte, welche heute noch in der menschlichen Wesenheit wirken und die der Mensch der Zukunft «unter sich» zwingen wird. Der Mensch wird in der vergeistigten Erde drinnen leben und zu gleicher Zeit verbunden sein mit der Kraft der Sonne, und er wird der Überwinder des Mondes sein. Das wird, indem es geschaut wird, dargestellt durch diese symbolische Figur: das Weib, das die Sonne in sich trägt und den Mond zu ihren Füßen hat. GA104.186 Aber dasjenige, was im Fleisch geblieben ist, wird auf der Nebenerde dargestellt durch das Tier mit den 7 Köpfen. Es erscheinen wiederum die Tierköpfe, die einstmals da waren. Alles dasjenige, was im Menschen veranlagt wird durch den ätherischen Leib, das nennt man in der Mysteriensprache einen Kopf. Dasjenige aber, was physisch im Menschen bewirkt wird durch irgend ein Glied des Ätherleibes, das nennt man ein Horn. GA104.188

Wenn der Mensch sich nicht durchdringt mit dem Christus-Prinzip, dann u?berwindet er das Tierische nicht. Die vier typischen Köpfe, Löwe, Adler, Stier und Mensch, die bleiben sozusagen als etwas, was seine Gestalt wiederum annimmt, wenn es nun wiederum hervortreten kann, und dazu kommen noch drei andere, die von den drei letzten Rassen der atlantischen Entwickelung, wo der Mensch schon angefangen hatte, Mensch zu sein. Die Tierheit springt wieder hervor, und zwar in 7 Gestalten. Wie einst in der Atlantis die 4 Köpfe auftauchten, der Tier-Mensch, so werden auftauchen aus der verwandelten Erde, aus der astralisierten Erde 7 solche typische
Köpfe. Alles dasjenige, was im Menschen veranlagt wird durch den ätherischen Leib, das nennt man in der Mysteriensprache einen Kopf oder ein Haupt, weil es eine solche typische Hauptgestalt wie den Löwenkopf hervorruft, wenn man es hellseherisch sieht. Dasjenige aber, was physisch im Menschen bewirkt wird durch irgendein Glied des Ätherleibes, das nennt man ein Horn. Alle Organe des Menschen sind aus dem Ätherleib herausgebildet, sind also lauter Hörner. 104.187f  Wir werden sehen (siehe: Apokalypse), dass diejenigen Wesenheiten, welche sich diese 7 Köpfe bewahrt haben, weil sie stehengeblieben sind in der Entwickelung, dass die in der Tat im Abgrund einen physischen Leib angenommen haben, der aus 10 verhärteten
physischen Leibesglieder besteht. GA104.190

Das Tier mit 7 Köpfen und 10 Hörnern. So sehen wir, dass, wie damals aus dem physischen, jetzt aus dem astralischen Meer aufsteigt – die Sonne ist auch astralisiert – das Ungeheuer mit den 7 Köpfen, das siebenköpfige Tier. Tatsächlich besteht der menschliche Ätherleib aus «Köpfen», der menschliche physische Leib aus «Hörnern». Alle Organe des Menschen sind aus dem Ätherleib herausgebildet, sind also lauter «Hörner». GA104.188f Wenn wir die äußere Menschengestalt als das Verdichtete des Ätherischen betrachten, so haben wir in der 4. atlantischen Stufe zu den 4 Gruppenseelenköpfen, die 4 Hörner. Jetzt aber beginnt sich für die drei letzten atlantischen Epochen im Physischen ein Doppeltes auszubilden, für jede Stufe, wo sich weiter ein Gruppenseelenkopf ausbilden sollte, bildete sich ein doppeltes Physisches, männlich und weiblich, aus. Jetzt haben wir 3 folgende Köpfe, die nicht sichtbar sind, weil die äußere Menschengestalt sie aufnimmt, weil sie nicht zur Darstellung kommen. Daraus sehen Sie, dass die ganze Gruppenseelenhaftigkeit des Menschen am Ende der atlantischen Zeit, wenn auch das Spätere unsichtbar bleibt, 7 Köpfe und 10 Hörner hat. Die 7 Köpfe und 10 Hörner hat der Mensch in sich. Das muss er nun so bearbeiten durch die Aufnahme des Christus-Prinzipes, dass sie sozusagen vernichtet werden. Denn jedesmal wenn heute der Mensch stirbt, ist sehr wohl zu sehen die 7-Köpfigkeit und 10-Hörnigkeit. Nehmen Sie an, der Mensch verhärtet sich während unserer Zeit gegen das Christus-Prinzip und käme an in der Zeit des großen Krieges aller gegen alle, ohne das Christus-Erlebnis gehabt zu haben, käme er an und hätte den Christus von sich gestoßen, dann würde, wenn die Erde ins Astralische übergeht, dasjenige, was da war, wozu er es gebracht hat, was er hätte umwandeln sollen, hervorspringen in seiner alten Gestalt. Die Verhärteten werden die 6-Hörnige Geschlechtlichkeit wohl bewahren und werden in ihrer Ganzheit erscheinen als das Tier mit den 7 Köpfen und den 10 Hörnern. GA104.212

Wir haben uns das «Weigern» durchaus in dem Sinn einer energischen, böswilligen und unintelligenten geistigen Opposition zu denken. Natürlich werden auch diese Wesenheiten dann, wenn die Erde ihre astralische, ihre geistige Form angenommen haben wird, nicht in einem derb materiellen, sagen wir erdigem Stoffe da sein können, sondern auch sie werden für die Zeit, die dann folgt nach den Posaunenklängen in astralische Formen übergehen. GA104.214 Die Hörner am Beispiel des Kehlkopfes erklärt. Fortwährend geht die Luft durch den Kehlkopf hinein von außen. Da der astralische Leib den Menschen umgibt, wird der Strom der Luft, der hineingeht, immer in Verbindung sein mit dem Astralischen. Wenn die Erde nun sich vergeistigt, zeigt es sich, ob die Atmung bei einem Menschen ein Diener des Christus-Prinzips oder ob sie ein Diener der niederen Kräfte war, die schon vor dem Christus-Prinzip in der Welt waren. War sie ein Diener des Christus- Prinzips, dann verliert sie jene Form, die sich dem heutigen Leibe anpasst. Der Mensch hat dann selbst die Gewalt, alles, was astralisch ist, in eine höhere, vergeistigte Form umzuwandeln. Nimmt er das Christus-Prinzip nicht auf, dann ist er außerstande, dasjenige, was der heutigen fleischlichen Form angepaßt ist, aus dieser fleischlichen Form herauszubringen. Und die Folge davon ist, dass, nachdem das Fleischliche abgefallen, verschwunden ist, nachdem der physische Kehlkopf fortgegangen ist, diese Form des astralischen Leibes bleibt, die da sich immerfort mit dem Atem hineinsteckt in den Kehlkopf. Sie bleibt in der Gestalt eines Hornes vorhanden. Überall, wo am Menschen die äußeren astralischen Kräfte ein- und ausgehen, bleiben sie angepasst der vorhergehenden tierischen Gestalt, das heißt es erscheint dann der Mensch mit wahren astralischen Hörnern. GA104.216f 

Die Zahl 666
Die 49 großen Verwandlungsformen des Saturn, die 7 Lebensformen, mit je 7 Formzuständen, sind vorüber, ferner sind vorüber die 49 entsprechenden Sonnenzustände und die 49 Mondzustände. Die hat der Mensch in seiner bisherigen Entwickelung durchgemacht, im ganzen also 147 Zustände. Dazu kommen nun die Zustände, die der Mensch schon während unserer Erdentwickelung durchgemacht hat. Da sind vorüber die drei ersten Lebensreiche, die man auch die 3 ersten Runden nennt. Wir leben im 4. Lebensreich, in der 4. Runde. Weil nun jede solche Runde wiederum 7 Zustände der Form umfasst, so haben wir 3 x 7 Zustände absolviert; zu den 147 kommen also 21 dazu. Weiter haben wir die 3 ersten Formzustände des 4. Lebensreiches absolviert, so kommen noch 3 hinzu. Wir haben also absolviert 171 Formzustände von den 343 der 7 Planeten. Wenn Sie nun in Betracht ziehen, daß 171 noch zukünftige Formzustände zu den bereits verflossenen hinzugezählt werden müssen, dann haben Sie 342, ein weiterer dazu, der gegenwärtige, gibt alle 343, aber in diesem leben wir drinnen, er steht in der Mitte. Das muss in der Tat manchem, der nicht weiter darüber nachdenkt, als sonderbare Tatsache erscheinen, dass wir so mitten in der Entwickelung leben. Für denjenigen, der die Sache ganz durchschaut, ist es gar nicht so sonderbar. Es ist nicht wunderbarer, als wenn jemand, der auf freiem Felde in ebener Gegend steht, wo er nach hinten und vorn gleich weit sieht, sich in der Mitte des Gesichtsfeldes befindet. Wir sind immer in der Mitte. Der Mensch kann nach hinten und vorne immer gleich viel sehen, auch mit noch so hellseherischen Organen. GA104.217ff

In Bezug auf die Formzustände stehen wir in der Mitte, aber in Bezug auf diejenigen Zustände, die uns am allernächsten angehen, stehen wir etwas über die Mitte hinaus. Im okkulten Sinne hat die Menschheit seit der Mitte der atlantischen Zeit geschlafen. Sie fangen an, ihren Blick auf die sinnliche Welt zu richten und gehen also für die geistige Welt in einen Schlafzustand über. Und erst, wenn der Mensch wiederum das Hellsehen erlangt hat, dann wird er sozusagen nach allen Seiten einen freien Ausblick haben. GA104.220f Fassen wir noch einmal diesen unseren jetzigen Entwickelungspunkt ins Auge, und zwar so, daß wir bloß anfangen mit unserem jetzigen 172. Zustand. Von diesem hat die Erde drei Unterzustände schon absolviert, sie ist jetzt im 4. dieser Zustände. Fragen wir uns nun weiter: Wieviel haben wir von den Unterzuständen durchgemacht? Der letzte war die atlantische Zeit, wir haben also 4 Zustände durchgemacht und stehen im 5. Von diesem haben wir wiederum 4 durchgemacht an Unterzuständen, nämlich den altindischen, altpersischen, ägyptischen, griechisch-lateinischen. Im 5. stehen wir. So dass wir sagen: Vor unserer unmittelbar jetzigen Entwickelungsstufe haben wir 3-4-4 Zustände absolviert. Diese 3-4-4 Zustände bezeichnet man in der Sprache des Apokalyptikers als die Zahl der Entwickelung. Diese Zahl unserer Entwickelung ist «344». Diese Zahl enthält nebeneinander geschrieben die Zahl der Zustände, die man durchgemacht hat. Es wird einmal eine Zeit kommen, wo die Zahl «666» die Zahl der Entwickelung ist. GA104.222f

Die Zahl 666 tritt endgültig auf im 6. Formzustand des 6. Lebenszustandes des 6. Planeten (der Venus), aber auch sonst, nur eben in verkleinertem Maßstab, wenn das Evolutionsverhältnis 666 ist. GA104.263 Wenn die erste Posaune erklingt, werden wir 6 solche Hauptrassen durchgemacht haben. Und wenn die Zeiten vorüber sein werden, die durch die ersten 6 Posaunen gekennzeichnet sind, dann haben wir «66» erlebt. Bis dahin hat der Mensch Zeit gehabt sich vorzubereiten auf den furchtbaren Zeitpunkt, der einst viel später erfolgt, da nämlich, wo nicht nur 66 sondern «666» erreicht sein wird. Diejenigen, die den großen Bruder-Hörner gleich wie ein Lamm.» Das sind nichts anderes als die 2 Striche oben an der Zeichnung, und um das zu verhüllen, nennt er einfach die 2 Striche hier Hörner. Das war immer so im Gebrauch der Mysteriensprache, daß man ein Wort vieldeutig gebraucht hat, um den Uneingeweihten nicht so ohne weiteres die Möglichkeit zu geben, die Sache zu verstehen. GA104.227ff

Die Menschen selber können keine Gegner des Christus sein, können nur sozusagen durch das, was in ihnen an falscher Kraft ist, versäumen, das Christus-Prinzip in sich aufzunehmen. Aber es gibt einen Gegner: das Sonnendämonium. Das erscheint, sobald etwas da ist, das ihm zur Beute fallen kann. Bevor die Menschen da sind mit den 7 Köpfen und 10 Hörnern, ist nichts zu verführen, da hat auch der Verführer nichts zu suchen. Dann aber, wenn der Mensch mit solchen Anlagen erscheint, dann kommt der Verführer, als das zweite der Tiere. In dem Augenblicke also, wo die Erde in den astralischen Zustand übergeht, erscheint vom Menschen dasjenige, was an ihm vorhanden war, als die Erde noch mit einer Wasserhülle umkleidet war. Aus dem Wasser sieht man sich erheben das Tier mit den 7 Köpfen und den 10 Hörnern. Dass dieses Tier unbenützt gelassen hat die Erde, das macht, daß jetzt aus der Erde aufsteigen kann Sorat, der Sonnengegner, der Verführer, der dadurch sich dem Menschen nahen und ihn mit aller Kraft in den Abgrund hinunterreißen kann. So sehen wir ein Wesen an die Menschen sich schmiegen das eine furchtbare Gewalt hat. Damit die Menschen verführt werden zur bloßen Unmoral, zu dem, was sie schon als Normalmenschen kennen, dazu braucht es dieses Ungeheuer nicht. Erst wenn dasjenige, was im guten Sinne die Wesen auszeichnet, die dem Menschengeschlecht Rettung bringen, erst wenn die spirituelle Erhebung in ihr Gegenteil verwandelt wird, wenn die spirituelle Kraft in den Dienst des niederen Ich-Prinzips gestellt wird, dann kann sie die Menschheit so weit bringen, daß das Tier, das dargestellt wird mit den 2 Hörnern, über sie Gewalt erlangt. Der Missbrauch der spirituellen Kräfte, schwarze Magie genannt, hängt zusammen mit jener verführerischen Kraft des Tieres mit den zwei Hörnern. Es wird sich letzten Endes die Menschheit spalten in Wesen, welche die weiße, und in solche, welche die schwarze Magie treiben. So ist in dem Geheimnis von 666 oder Sorat das Geheimnis der schwarzen Magie verborgen. 104. 230f.

So tritt sozusagen in unseren Horizont ein die Spaltung der Menschheit in urferner Zukunft: die Auserwählten des Christus, die zuletzt sein werden die weißen Magier, und die Gegner, die wilden Zauberer, die schwarzen Magier, die nicht loskönnen von der Materie und die der Apokalyptiker darstellt als diejenigen, die mit der Materie Unzucht treiben. Daher wird dieses ganze Treiben von schwarzer Magie, alles, was da an Ehe entsteht zwischen dem Menschen und der Verhärtung in der Materie, ihm zur Anschauung gebracht vor seiner Seherseele in der großen Babylon, in der wilden Ehe zwischen dem Menschen und den Kräften der herabgekommenen Materie. Wir sehen, wie auf der einen Seite das Schwärzeste sich absondert in der Babylon, geführt von all den der Sonne entgegengesetzten Kräften, von Sorat, dem zweihörnigen Tier, und wir sehen die Menschheit, die sich entwickelt hat aus den Auserwählten, die sich vereinigen mit dem ihnen erscheinenden Christus, dem Lamm. Die Hochzeit des Lammes auf der einen Seite – auf der anderen Seite die untergehende Babylon. Wir sehen sich herausheben aus der Kraft der weißen Magier die vorbereitenden Gestalten der nächsten (planetarischen) Verkörperung, des Jupiter: das Neue Jerusalem sehen wir aus der weißen Magie sich erheben. GA104.231f

Michael.
Vorher aber muß ausgestoßen werden, was verfallen ist dem Prinzip des zweihörnigen Tieres. Die Kraft, durch welche der Sonnengenius überwinden läßt diese Ausgestoßenen, die sie hinuntertreibt in den Abgrund, diese Kraft wird genannt das Antlitz des Sonnengenius, das ist Michael*, der sozusagen als Stellvertreter des Sonnengenius das Tier mit den zwei Hörnern, den Verführer, den man auch den großen Drachen nennt, überwindet. 104. 232

Abb. links: Neben der in GA 284 publizierten Siegel von Clara Rettich ist hier eine andere Serie der von Rettich gemalten Siegel zu sehen, die den (verlorenen) Originalsiegeln nach Meinung des Rudolf-Steiner-Archivs näher steht. Rettich hat diese Serie auf die s/w Fotos der verlorenen
Originalsiegel gemalt. Die Herausgeber von GA 284 haben später eine der beiden Serien für den Druck ausgewählt. Von der anderen Serie gab es bislang keine Publikation innerhalb der GA. Sie sind zum ersten Mal gedruckt erschienen 2008 in der Dokumentation „Anthroposophie wird Kunst“ und hier ebenfalls zum ersten Mal publiziert.

Abb. oben: Eine Fassung von Arild Rosenkrantz. Erläuterung dazu siehe hier >>.

Doppelklick auf Bilder vergrößert die Darstellung.