Der Maler Arild Rosenkrantz

http://www.arildrosenkrantz.dk/d/d_nn.html

Farben offenbaren das Seelische in der Natur und im Kosmos - und wir nehmen an diesem Seelischen teil, wenn wir in den Farben leben (Rudolf Steiner)

Arild Rosenkrantz (1870-1964) ist «ein seltener Vogel in der dänischen Geschichte der bildenden Kunst» genannt worden. Obwohl in Dänemark geboren und hier gestorben, absolvierte er im Ausland seine ganze künstlerische Ausbildung und verbrachte 40 sehr produktive Jahre in England. Seine Kunst empfing schon früh sowohl von den französischen Salonmalern als auch von den englischen Präraffaeliten sowie Blake, Turner und Monet Anregungen.

Arild Rosenkrantz war fast 3, als sein Vater starb, und er wurde mit seiner künstlerisch begabten Mutter, die geborene Schottin war, eng verbunden. Wie seine Brüder absolvierte er die Schule in Dänemark, als Jüngster war er öfters Begleiter seiner Mutter auf Reisen nach England, Schottland und Italien und verband sich früh mit ihrem Zweig der Familie. Mit nur 16 fuhr er 1886 nach Rom, um Schüler des Freskomalers Modesto Faustini zu werden, und zwei Jahre später setzte er seine Ausbildung an der Akademie Julian in Paris fort.

Die Mutter, die immer schwärmerisch vom Okkulten gefesselt gewesen war, hatte sich nach dem Tod ihres Mannes dem Spiritismus zugewandt. 1891 liess sie sich permanent in Rom nieder, wo sie als Medium tätig war.

Bei einem Besuch in Paris brachte sie den Sohn in Verbindung mit dem Schriftsteller und Mystiker Sar Peladan, der in Paris den "Salon de la Rose+Croix" eröffnet hatte. Hier stellte Rosenkrantz in den Jahren 1982 bis 1894 etliche symbolistische Bilder aus. Ausserdem beteiligte er sich er zweimal, 1893 und 1906, an den Frühjahrsausstellungen von Charlottenborg in Kopenhagen sowie 1907 an der dänischen Ausstellung in der Guildhall in London.

Nach zwei Aufenthalten in den Jahren 1894-95 in New York, wo er seine Arbeit mit Glasmalerei begann, liess er sich 1898 permanent in London nieder, und 1901 heiratete er seine schottischen Base, Louise Augusta, genannt Tessa.

In London schuf er sich schnell als ein sehr vielseitiger Künstler einen Namen. Ausser Portraits wie The Duchess of Grafton (1905), malte er mythologische und religiöse Motive wie Amor und Psyche (1896), Der Versucher (1896) und Der Allgegenwärtige (1907). Diese Werke hängen jetzt alle im Schloss Rosenholm. Gleichzeitig vollendete er eine lange Reihe dekorativer Aufträge, unter anderem viele Glasmalereien in englischen Schlössern und Kirchen.

Er illustrierte auch 1907 die dänische Ausgabe von Edgar Allan Poes Phantastischen Erzählungen. 1918 gestaltete er eine Bronze, die Christusfigur, für St. George's Camberwell in London.

Nach der epochemachenden Begegnung mit dem geborenen Österreicher, Schöpfer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, 1913 in London, schliessen sich Arild Rosenkrantz und seine Frau 1914 an diejenigen Künstler, die unter Steiners Führung an der Ausführung eines internationalen Treffpunkts für Anthroposophen in Dornach in der Schweiz - des ersten Goetheanum - arbeiteten (www.goetheanum.ch). Hier studierte er Goethes Farbenlehre, und unter Steiners Anleitung änderte sich seine Farbgebung und Maltechnik vollkommen.

Die farbenreichen Pastelle und Ölgemälde, die jetzt im Rosenholm (www.rosenholmslot.dk) hängen, sind nur ein Teil der grossen Erzeugnisse, die das Ergebnis wurden. Arild Rosenkrantz sah die Weiterführung von Steiners Ideen, wie man durch die Kraft der Spektralfarben das von dem Materiellen getarnte, unsichtbare, geistige Dasein malen kann, als seine Sendung an, und sein Wunsch war es, dass so viele wie möglich die Gelegenheit haben sollten, diese Bilder zu erleben.

Er malte oft mehrere Darstellungen eines Motivs, das er für besonders wichtig hielt, zum Beispiel Golgatha, Das Abendmahl, Die Heilige Madonna, Michael, Die Weisheit, Den Hierophanten, Den Verkünder, die vier Bilder des Werdens: Die Welt der Mineralen, Das Pflanzenreich, Das Tierreich und Die Welt des Menschen - und Die Sieben Apokalyptischen Siegel.

Ein paar Jahre nach dem Tod von Rudolf Steiner 1925 kehrten Arild Rosenkrantz und seine Frau nach London zurück, wo er jährlich Ausstellungen hatte. 1939 kam das Ehepaar nach Dänemark, um die Familie und Freunde zu besuchen und um für seinen 70sten Geburtstag, den 9. April 1940 eine Ausstellung vorzubereiten.

Die deutsche Okkupation jedoch machte ihre Rückkehr nach London unmöglich, und die damaligen Besitzer auf Schloss Rosenholm boten ihnen eine Bleibe im Schloss an. Als die Frau von Arild Rosenkrantz 1944 hier starb, gab er den Gedanken auf, nach London zurückzukehren.

Arild Rosenkrantz starb am 27. September 1964. Dankbar für die Gastfreundlichkeit der Familie, schenkte er Schloss Rosenholm eine grosse Auswahl seiner Gemälde.

Die Bilder der 7 Siegel sind vom dänischen Maler Arild Rosenkrantz.

1923 malte Rosenkrantz zum ersten Mal in Arlesheim unter der persönlichen Anleitung Rudolf Steiners die Siegel für eine englische Ausgabe der Mappe: «Bilder okkulter Siegel und Säulen» (ursprüngliche Ausgabe 1907). Die Blätter erschienen 1924 in schwarzweiss als «Occult Seals and Columns». Die sieben Pastelle, die hier gezeigt werden, wurden in den 1930er Jahren in London von Rosenkrantz gemalt. Der Durchmesser der Originale beträgt 72 Zentimeter. Die Originale befinden sich in Dänemark im Privatbesitz.